Zum Inhalt springen

Alle Bereiche

Suchen

Mindestens zwei Zeichen eingeben.

Erreichbarkeit

Jetzt persönlich erreichbar

Telefonische Zeiten

Montag 09:00 – 18:00 Uhr
Dienstag 09:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch 09:00 – 18:00 Uhr
Donnerstag 09:00 – 18:00 Uhr
Freitag 09:00 – 16:00 Uhr
Samstag nach Vereinbarung
Sonntag nach Vereinbarung

Darstellung anpassen

SchriftgrößeGrößer, wenn der Text zu klein ist
Mehr KontrastKräftigere Farben, klarere Kanten
Bewegung reduzierenBlendet Animationen aus
Links unterstreichenMacht Verweise deutlicher erkennbar

Ihre Auswahl bleibt auf diesem Gerät gespeichert. Erkennt Ihr System bereits „Bewegung reduzieren", richtet sich die Seite ohnehin danach.

Ratgeber

Kaufen oder mieten – was lohnt sich für wen?

Sören Uhlig Unabhängiger Finanzierungsberater Baufinanzierung 6 Min. Lesezeit

Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Ob Kaufen oder Mieten die klügere Wahl ist, hängt von Ihrer Lebensplanung, Ihren Finanzen und Ihrem Bedürfnis nach Flexibilität ab – und nicht von einer allgemeinen Regel, die für alle gilt.

Warum es auf diese Frage keine pauschale Antwort gibt

Kaum eine Geldfrage wird so leidenschaftlich diskutiert wie diese – und oft so, als gäbe es nur richtig oder falsch. Die einen halten Miete für hinausgeworfenes Geld, die anderen sehen im Eigentum vor allem Ballast und Risiko. Beide Lager haben recht und unrecht zugleich, denn beide reden über sehr unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlichen Lebenslagen.

Ob sich Kaufen oder Mieten für Sie lohnt, lässt sich nicht mit einer Formel und schon gar nicht mit einer Schlagzeile beantworten. Es hängt davon ab, wie lange Sie bleiben wollen, wie sicher Ihr Einkommen ist, wie viel Eigenkapital Sie mitbringen, wie stabil Ihre Lebensplanung gerade ist – und nicht zuletzt davon, was Ihnen persönlich wichtiger ist: Freiheit oder Verwurzelung.

Wir wollen Ihnen deshalb keine Richtung verkaufen, sondern beide Seiten ehrlich nebeneinanderstellen. Manchmal ist der Kauf die richtige Entscheidung. Und manchmal ist es die klügere Entscheidung, es bewusst zu lassen.

Wann ein Kauf sinnvoll sein kann

Ein Kauf spielt seine Stärken vor allem dann aus, wenn Sie langfristig denken und langfristig bleiben wollen. Wer viele Jahre – oft eher Jahrzehnte – im selben Zuhause plant, verteilt die hohen einmaligen Kosten eines Kaufs (etwa Grunderwerbsteuer, Notar und gegebenenfalls Makler) über einen langen Zeitraum. In der Regel wird ein Kauf umso tragfähiger, je länger die geplante Wohndauer ist.

Hinzu kommt der Wunsch nach Gestaltungsfreiheit und Stabilität. Im eigenen Zuhause entscheiden Sie selbst über Umbau, Haustiere oder die Küche – und Sie müssen keine Kündigung des Vermieters fürchten. Für viele Menschen ist das ein echter Wert, der sich nicht nur in Zahlen ausdrücken lässt. Auch der Gedanke, im Ruhestand möglichst ohne Mietzahlung zu wohnen, motiviert viele.

Damit das trägt, sollten allerdings ein paar Dinge zusammenkommen: ein einigermaßen planbares Einkommen, ausreichend Eigenkapital und eine monatliche Rate, die auch dann noch bequem passt, wenn das Leben einmal teurer wird. Beispiel: Wer eine Rate nur unter der Annahme stemmen kann, dass alles genau so bleibt wie heute, hat in der Regel zu knapp kalkuliert.

Wann Mieten die klügere Wahl bleibt

Mieten ist keine Notlösung und kein Zeichen fehlender Disziplin. Für viele Lebenslagen ist es schlicht die vernünftigere Entscheidung – und ehrlicherweise raten wir manchen Menschen auch aktiv vom Kauf ab.

Das gilt vor allem dann, wenn Ihre Zukunft noch offen ist: ein möglicher Jobwechsel, eine Beziehung im Wandel, ein Umzug in eine andere Region, der nicht ausgeschlossen ist. Wer nicht sicher weiß, ob er in einigen Jahren noch am selben Ort leben möchte, zahlt beim Kauf ein hohes Lehrgeld, wenn er früh wieder verkaufen muss. Auch wenn das Eigenkapital knapp ist oder die Rate das Budget an die Grenze bringt, ist Zurückhaltung klüger als Mut.

Hinzu kommt: In manchen Regionen und Lagen sind die Kaufpreise im Verhältnis zu den Mieten sehr hoch. Dann kann es wirtschaftlich sinnvoller sein, zu mieten und die Differenz konsequent anderweitig zurückzulegen. Wichtig ist dabei die Ehrlichkeit mit sich selbst: Dieser Vorteil entsteht nur, wenn das gesparte Geld tatsächlich zurückgelegt und nicht nebenbei ausgegeben wird.

Die Rolle von Eigenkapital und Lebensplanung

Zwei Dinge entscheiden erfahrungsgemäß mehr über den Erfolg eines Kaufs als jeder Zinssatz: das vorhandene Eigenkapital und die persönliche Lebensplanung.

Eigenkapital ist mehr als ein Rabatt auf die Finanzierungssumme. Es sollte in der Regel zumindest die Kaufnebenkosten abdecken, die beim Kauf sofort anfallen und die keine Bank mitfinanziert. Genauso wichtig ist ein Puffer, der nach dem Kauf noch übrig bleibt – für die kaputte Heizung, das unerwartet teure Jahr, die Lücke bei einem Einkommensausfall. Wer sich für den Kauf vollständig entblößt und ohne Reserve dasteht, geht ein Risiko ein, das sich später bitter rächen kann.

Mindestens ebenso wichtig ist die Lebensplanung. Eine Immobilie ist eine Entscheidung für viele Jahre und macht unbeweglich. Familienplanung, berufliche Wege, Gesundheit, das Alter – all das verändert, was ein Zuhause leisten muss. Beispiel: Ein Haus, das mit kleinen Kindern perfekt passt, kann zwanzig Jahre später zu groß, zu abgelegen oder schwer barrierefrei umzubauen sein. Ein ehrlicher Blick auf die nächsten zehn bis fünfzehn Jahre ist deshalb oft wertvoller als jede Renditerechnung.

Hand hält einen Wohnungsschlüssel über bunte Miniaturhäuser
Es kommt auf Ihre Lebenssituation an, nicht auf eine Faustregel.

Die versteckten Kosten des Eigentums

Ein verbreiteter Denkfehler lautet: Wer kauft, zahlt statt Miete nur noch die Rate – und danach nichts mehr. So einfach ist es leider nicht. Eigentum bringt Kosten mit sich, die im Mietverhältnis der Vermieter trägt und die man beim Rechnen gern vergisst.

Dazu gehören laufende Posten wie Grundsteuer, Gebäudeversicherung und – in einer Eigentümergemeinschaft – das Hausgeld. Vor allem aber gehört dazu die Instandhaltung. Ein Dach, eine Heizung, Fenster, Fassade oder Leitungen halten nicht ewig, und die Rechnung kommt oft auf einen Schlag. Wer dafür keine Rücklage bildet, finanziert die nächste Reparatur im Zweifel teuer nach oder schiebt sie auf – was die Sache selten billiger macht.

Deshalb gehört zu jeder ehrlichen Kaufüberlegung eine feste monatliche Rücklage für Instandhaltung, zusätzlich zur Finanzierungsrate. Beispiel: Wer beim Vergleich mit der Miete nur die Kreditrate ansetzt und Instandhaltung, Rücklagen und Nebenkosten unter den Tisch fallen lässt, vergleicht Äpfel mit Birnen – und wird nach dem Einzug überrascht. Eigentum kann sich lohnen, aber es ist keine Kostenfreiheit, sondern eine andere Art von Kosten.

Flexibilität gegen Sicherheit – zwei Seiten derselben Medaille

Am Ende steht oft eine sehr persönliche Abwägung zwischen zwei Werten, die sich schwer gegeneinander aufrechnen lassen: Flexibilität auf der einen, Sicherheit und Verwurzelung auf der anderen Seite.

Miete bedeutet Beweglichkeit. Sie können mit überschaubarer Frist umziehen – dem neuen Job hinterher, näher zur Familie, in eine kleinere oder größere Wohnung, wenn sich das Leben ändert. Diese Freiheit hat einen echten Wert, gerade in einer Lebensphase, in der noch vieles offen ist. Der Preis dafür ist eine gewisse Unsicherheit: Der Vermieter kann unter bestimmten Voraussetzungen kündigen, und die Miete kann im Rahmen der Regeln steigen.

Eigentum dreht das um. Es gibt Ihnen ein hohes Maß an Sicherheit und das Gefühl, wirklich angekommen zu sein – zum Preis der Beweglichkeit. Ein schneller, verlustfreier Ausstieg ist kaum möglich, weil ein Verkauf Zeit kostet und die einmaligen Kaufkosten erst einmal wieder verdient sein wollen. Keine dieser beiden Seiten ist besser. Es kommt darauf an, welche in Ihrer aktuellen Lebensphase schwerer wiegt.

Wie Sie für sich zu einer ehrlichen Entscheidung kommen

Wenn Sie eines aus diesem Ratgeber mitnehmen: Misstrauen Sie jedem, der Ihnen eine pauschale Antwort verspricht. "Kaufen ist immer besser" ist genauso falsch wie "Mieten ist rausgeworfenes Geld". Die richtige Antwort ist Ihre – und sie ergibt sich aus Ihrer Lebenslage, nicht aus einer Kolumne.

Hilfreich ist ein nüchterner Blick auf wenige, aber ehrliche Fragen: Wie lange will ich realistisch bleiben? Wie sicher ist mein Einkommen? Reicht mein Eigenkapital für die Nebenkosten und einen Puffer? Bleibt die Rate auch in einem teuren Jahr bequem? Und rechne ich Instandhaltung und Rücklagen von Anfang an mit ein? Wer diese Fragen mehrheitlich mit einem klaren Ja beantwortet, für den kann der Kauf tragen. Wer zögert, hat meist einen guten Grund zu zögern.

Eine unabhängige, ergebnisoffene Beratung hilft an dieser Stelle nicht, um Ihnen etwas zu verkaufen, sondern um Ihre Zahlen und Ihre Lebensplanung ehrlich nebeneinanderzulegen. Am Ende soll eine Entscheidung stehen, hinter der Sie in zehn Jahren noch stehen können – ganz gleich, ob sie Kaufen oder Mieten heißt.

Mehr zum Thema: Baufinanzierung

Weiterempfehlen: WhatsApp E-Mail

Häufige Fragen

Was Sie oft fragen.

Ist Miete wirklich rausgeworfenes Geld?

Nein. Sie bezahlen für Miete eine echte Gegenleistung: ein Dach über dem Kopf, ohne die Risiken und Pflichten des Eigentums. Auch beim Kauf ist nicht jeder Euro ein Vermögensaufbau – Zinsen, Kaufnebenkosten und Instandhaltung sind ebenfalls Ausgaben, die nicht in Ihr Vermögen wandern. Ob Kaufen finanziell vorteilhaft ist, hängt vom Einzelfall ab und lässt sich nicht mit diesem Spruch beantworten.

Wie viel Eigenkapital sollte ich mitbringen?

Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. Als Orientierung sollten Sie in der Regel zumindest die Kaufnebenkosten aus eigenem Geld tragen können und zusätzlich einen Puffer für Unerwartetes behalten. Je mehr Eigenkapital vorhanden ist, desto entspannter ist die Finanzierung meist. Wichtiger als eine Prozentzahl ist die Frage, ob nach dem Kauf noch eine Reserve übrig bleibt.

Lohnt sich Kaufen noch, wenn ich vielleicht in ein paar Jahren umziehe?

Bei einer kurzen oder unsicheren Wohndauer ist Zurückhaltung meist ratsam. Die einmaligen Kosten eines Kaufs müssen sich über die Zeit erst amortisieren; wer früh wieder verkauft, trägt dieses Risiko allein. Wenn ein Umzug innerhalb weniger Jahre realistisch im Raum steht, bleibt Mieten in der Regel die flexiblere und oft auch die sicherere Wahl.

Schützt Wohneigentum vor Altersarmut?

Es kann ein Baustein sein, ist aber kein Selbstläufer. Mietfrei im eigenen Zuhause zu wohnen, entlastet im Alter spürbar – vorausgesetzt, die Immobilie ist bis dahin abbezahlt und in gutem Zustand. Gleichzeitig binden ein Haus oder eine Wohnung viel Kapital an einer Stelle und verursachen weiter Kosten für Instandhaltung. Ob Eigentum die passende Vorsorge ist, hängt von Ihrer gesamten Situation ab und sollte nicht isoliert betrachtet werden.

Sollte ich kaufen, nur weil meine Miete steigt?

Steigende Mieten sind ein verständlicher Auslöser, aber allein kein guter Grund. Auch Eigentum ist nicht vor steigenden Kosten geschützt – Grundsteuer, Versicherung, Energie und Instandhaltung können ebenfalls teurer werden. Entscheidend ist, ob die gesamte Rechnung inklusive Rücklagen dauerhaft zu Ihnen passt, nicht der Ärger über die letzte Mieterhöhung.

Rechnet sich der Kauf automatisch, weil ich dann ja keine Miete mehr zahle?

Nein, diese Rechnung greift zu kurz. An die Stelle der Miete treten Finanzierungsrate, laufende Nebenkosten wie Grundsteuer und Versicherung und – oft unterschätzt – die Rücklage für Instandhaltung. Ein ehrlicher Vergleich stellt die Miete diesen gesamten Kosten gegenüber, nicht nur der Kreditrate. Erst dann sehen Sie, was für Sie tatsächlich günstiger ist.

Weiterlesen

Das könnte Sie auch interessieren.

Anschlussfinanzierung: Wann Sie handeln sollten

Läuft die Zinsbindung Ihres Immobilienkredits in den nächsten Jahren aus, sollten Sie sich frühzeitig um die Anschlussfinanzierung kümmern…

Steuer bei vermieteten Immobilien: Worum es geht — und wer wofür zuständig ist

Vermietete Immobilien werden steuerlich anders behandelt als das eigene Zuhause. Dieser Beitrag gibt Ihnen die Orientierung für das…

Vermögensaufbau mit Immobilien: Was planbar ist — und was nicht

Bei einer vermieteten Immobilie entsteht Vermögen aus drei Quellen: Tilgung, Miete und Wertentwicklung. Nur eine davon ist wirklich…

Ihre Situation ist anders?

Dieser Ratgeber erklärt das Allgemeine. Ihr Fall ist individuell — im kostenfreien Erstgespräch schauen wir gemeinsam darauf.

Erstgespräch vereinbaren
Anrufen Erstgespräch
Finanzwissen, das Sie wirklich brauchen

Alle paar Wochen: Zinsentwicklung, Förderprogramme und ein erklärter Fachbegriff. Kein Werbedruck, jederzeit abbestellbar.