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Ratgeber

Leasing oder Kredit: Was für Unternehmer wann passt

Sören Uhlig Freie Finanzlösungen Gewerbe & Leasing 4 Min. Lesezeit

Beide Wege führen dazu, dass das Fahrzeug oder die Maschine morgen im Betrieb steht. Was sie unterscheidet, zeigt sich bei der Liquidität, in der Bilanz und am Ende der Laufzeit — dort, wo es teuer werden kann.

Zwei Wege zum selben Fahrzeug

Ein Transporter, eine Maschine, die neue Anlage in der Werkstatt: Sie brauchen sie, und Sie haben zwei Möglichkeiten, sie zu bekommen. Kaufen — meist über einen Investitionskredit. Oder leasen.

Beide führen dazu, dass das Gerät morgen in Ihrem Betrieb steht. Was sie unterscheidet, zeigt sich erst danach: bei der Liquidität, in der Bilanz und am Ende der Laufzeit.

Die Frage „Was ist günstiger?“ führt dabei selten weiter. Die bessere Frage lautet: Was passt zu diesem Gegenstand und zu diesem Betrieb?

Der Unterschied im Kern

Beim Kredit kaufen Sie. Der Gegenstand gehört Ihnen, steht in Ihrer Bilanz, und Sie zahlen das Darlehen zurück. Was danach damit geschieht, entscheiden Sie allein — weiternutzen, verkaufen, verschrotten.

Beim Leasing zahlen Sie für die Nutzung über eine feste Laufzeit. Eigentümer bleibt der Leasinggeber. Am Ende geben Sie zurück, verlängern oder kaufen — je nachdem, was im Vertrag steht.

Das klingt nach einer Formalie, ist aber der Ursprung fast aller weiteren Unterschiede.

Was für Leasing spricht

Die Liquidität bleibt im Betrieb. Sie binden kein Eigenkapital in einem Gegenstand, der ohnehin an Wert verliert. Gerade bei Fahrzeugen und IT ist das ein starkes Argument.

Planbare Raten. Die Belastung steht für die gesamte Laufzeit fest — das erleichtert die Kalkulation.

Regelmäßiger Austausch. Wenn Sie ohnehin alle drei oder vier Jahre wechseln wollen, passt Leasing zu diesem Rhythmus. Sie kümmern sich nicht um den Wiederverkauf.

Ihr Kreditrahmen bleibt frei — der Spielraum bei Ihrer Hausbank wird nicht für die Anschaffung verbraucht und steht für anderes zur Verfügung.

Was für den Kredit spricht

Es gehört Ihnen. Nach der letzten Rate haben Sie einen Gegenstand ohne weitere Verpflichtung — und bei langlebigen Maschinen sind das oft noch viele Nutzungsjahre.

Keine Vorgaben zur Nutzung. Kein Kilometerlimit, keine Rückgabebewertung, keine Diskussion über Gebrauchsspuren.

Umbauten und Sonderausstattungen sind unproblematisch. Wer einen Transporter individuell ausbaut, fährt mit Eigentum meist besser.

Bei langer Nutzungsdauer ist es häufig günstiger. Wenn eine Maschine fünfzehn Jahre läuft, zahlen Sie beim Kauf einmal — beim Leasing über die gesamte Zeit.

Der Punkt, an dem es teuer werden kann

Bei Leasingverträgen steckt das Risiko häufig im Ende der Laufzeit, nicht in der Rate.

Bei Restwertverträgen wird zu Beginn ein Restwert festgelegt. Liegt der tatsächliche Wert bei der Rückgabe darunter, zahlen Sie die Differenz nach. Ein niedrig kalkulierter Restwert macht die Rate attraktiv — und die Schlussrechnung unangenehm.

Dazu kommen Mehrkilometer und die Rückgabebewertung. Beide sind kalkulierbar, wenn man sie kennt, und ärgerlich, wenn nicht.

Mein Rat: Lassen Sie sich vor der Unterschrift zeigen, was im ungünstigen Fall am Ende fällig wird. Ein guter Leasinggeber rechnet Ihnen das ohne Umschweife vor.

Blick von oben in eine Lagerhalle mit Regalen und Hubwagen
Die Frage ist nicht, was günstiger ist — sondern was zu diesem Gegenstand passt.

Bilanz und Steuer — hier braucht es Ihren Steuerberater

Leasing und Kredit wirken sich unterschiedlich auf Bilanz und Steuer aus. Beim Kauf aktivieren Sie den Gegenstand und schreiben ihn über die Nutzungsdauer ab; beim klassischen Leasing bleibt er außerhalb Ihrer Bilanz, und die Raten sind laufender Aufwand.

Welche Variante für Ihren Betrieb günstiger ist, hängt von der Rechtsform, der Ertragslage und Ihrer Gesamtsituation ab — und das gehört zu Ihrem Steuerberater, nicht zu mir. Ich bin Finanzierungsvermittler und darf und will Ihnen keine steuerliche Auskunft geben.

Was ich tue: Ich rechne beide Wege durch und nehme das auf, was Ihr Steuerberater vorgibt.

Eine Zwischenlösung, die oft übersehen wird

Wenn Kapital in bereits vorhandenen Maschinen oder Fahrzeugen gebunden ist, gibt es einen dritten Weg: Sale-and-lease-back. Sie verkaufen den Gegenstand an eine Leasinggesellschaft und nutzen ihn gegen Leasingraten weiter.

Der Betrieb läuft unverändert, aber gebundenes Kapital wird frei. Das ist kein Weg für jede Lage — bei einem Liquiditätsengpass mit gleichzeitig gut ausgestattetem Fuhrpark kann es aber genau das richtige Mittel sein.

Die Fragen, die die Entscheidung bringen

Bevor ich rechne, kläre ich mit Unternehmern meist diese vier Punkte:

Wie lange nutzen Sie das Gerät wirklich? Kurz spricht eher für Leasing, lang eher für Kauf.

Wie schnell verliert es an Wert? Schneller Wertverlust spricht für Leasing.

Wie steht es um Ihre Liquidität? Ist sie knapp, wiegt der Erhalt von Spielraum schwerer als ein rechnerischer Vorteil.

Was steht als Nächstes an? Wenn in zwei Jahren eine größere Investition ansteht, sollte der Kreditrahmen dafür frei bleiben.

Wie ich arbeite

Ich vergleiche für Sie beide Wege mit echten Konditionen und stelle die Gesamtkosten über die tatsächliche Nutzungsdauer nebeneinander — nicht die Monatsraten, die sich ohnehin nicht vergleichen lassen.

Dazu prüfe ich, ob Fördermittel in Frage kommen: Für Investitionen gibt es Programme, die viele Unternehmer nicht auf dem Schirm haben.

Wenn Sie eine Anschaffung planen, sprechen Sie mich an, bevor Sie beim Händler unterschreiben. Danach ist die Auswahl meist auf das beschränkt, was dort angeboten wird.

Das Erstgespräch ist kostenfrei und unverbindlich.

Mehr zum Thema: Gewerbliche Finanzierung & Leasing

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