Immobilie & Bewertung
Bodenrichtwert
Der Bodenrichtwert ist ein amtlicher Durchschnittswert dafür, was ein Quadratmeter Boden in einer bestimmten Lage wert ist. Er sagt etwas über den Grund und Boden, nicht über das Gebäude darauf.
Fachlich genau
Bodenrichtwerte werden von den Gutachterausschüssen der Landkreise und kreisfreien Städte aus der amtlichen Kaufpreissammlung abgeleitet. Grundlage ist das Baugesetzbuch; die Werte werden mindestens alle zwei Jahre zu einem Stichtag neu ermittelt und sind über die Bodenrichtwert-Auskunftssysteme der Länder einsehbar. Angegeben wird ein Wert in Euro je Quadratmeter für ein Richtwertgrundstück mit definierten Eigenschaften, etwa Erschließungszustand sowie Art und Maß der baulichen Nutzung.
Für ein einzelnes Grundstück ist der Bodenrichtwert damit ein Ausgangspunkt und keine Bewertung. Zuschnitt, Hanglage, Bebaubarkeit, Lasten im Grundbuch oder ein Altlastenverdacht führen zu Zu- oder Abschlägen. In der Wertermittlung fließt er als Bodenwert unter anderem in das Sachwert- und das Ertragswertverfahren ein.
Beispiel: Zwei benachbarte Grundstücke haben denselben Bodenrichtwert. Das eine ist ein regelmäßig geschnittener Bauplatz, das andere ein schmaler Streifen ohne eigene Zufahrt. Der erzielbare Preis unterscheidet sich deutlich.
Dieser Begriff gehört zum Thema Baufinanzierung.
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